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Immerse yourself in our past and discover the history of our commitment to fishes. In our archive you will find exciting documents about our previous projects and successes. Find out more about our development and how we are continuously committed to fishes and their habitat.

Welcome to fish-facts - the source for exciting news and projects for the benefit of fishes! Immerse yourself in the world of fishes and aquatic animals and learn more about innovative solutions, successful projects, and current developments for the welfare of fishes. Stay informed about our efforts to respect fishes as living beings, protect their habitats, and conserve their populations. Read our articles, interviews, and reports and become part of our mission to give fishes a voice.

fish-facts 44: Fische mit Persönlichkeit (GER)

2024

Find out more about our work and successes over the years through our detailed annual reports. In our reports, you will find information about our non-profit and tax-exempt organisation and read about projects, partnerships, successes, and challenges. You will also find all the annual accounts in a transparent format. Immerse yourself in the world of fishes and discover how we have been working for them for decades.

Annual report 2022

Annual report 2022

The book: All about fair‑fish

In the beginning, it was just a small idea, a leisure activity so to speak, says Billo Heinzpeter Studer looking back in his book published in 2020. In it, he describes the history of fair‑fish from his personal perspective.

In 1997, while still managing director of the Swiss farm animal welfare organisation KAGfreiland, Studer began developing guidelines for animal and environmentally friendly fish farms and fisheries. In 2000, together with a number of animal welfare organisations, he founded the fair‑fish association with the aim of creating public awareness for the then still exotic issue of animal welfare in fishes. It was one of the first organisations of its kind in the world.

Studer describes the success of the revision of Swiss animal welfare legislation and the reluctance of local professional fishersmen and fish farmers to accept a label that promised them a higher price for special consideration for animals and the environment. He talks about the difficulties of creating a bridge for fairly caught and paid fishes to European retail chains in a multi-year project with artisanal fishers in Senegal. The fair‑fish association recognised that it was too small to have a direct impact on the market. For this reason, instead of labelling projects, campaigns have since been launched to use public pressure to target objectionable practices in fisheries and aquaculture.

In 2012, the idea of collating the widely scattered studies in order to create an ethological profile for each farmed fish species, which would make it possible to formulate scientifically based recommendations for improving the welfare of these fishes, emerged from several years of debate with the veterinary authorities about shortcomings in the regulation and enforcement of fish welfare in aquaculture. The online database „fair‑fish database“ (formerly „FishEthoBase“), which Studer launched as a sideline after his retirement, developed in just a few years into an innovative project which now employs people in various countries and is setting new standards – just at the right time, as a growing number of fish farmers are now also prepared to pay more attention to fish welfare.

Billo Heinzpeter Studer
„fair‑fish – Because You Shouldn't Tickle Fishes“, 154 pages,
CHF 19.80 / EUR 18,00
rueffer&rub, Zürich 2020
ISBN 978-3-906304-83-0

Order in bookshops or here .

Please note: This is an article of the archive of fair‑fish.ch!

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Senegal/EU: Fischereivertrag gescheitert

Weil Senegals Regierung mehr Geld für Fanglizenzen von der EU verlangte, sind die Verhandlungen um eine Fortsetzung des Fischereivertrag Ende Juni 2006 geplatzt. Ist das jetzt eine Chance für mehr Nachhaltigkeit?
Seit 1980 erlaubt die senegalesische Regierung den Fangflotten der EU-Länder, vor Senegals Küsten zu fischen. Der in der Regel auf vier Jahre befristete und bisher stets erneuerte Vertrag spülte zuletzt jährlich 16 Millionen Euro in die Staatskasse. Doch diese an sich willkommenen Devisen versickern so rasch wie das Wasser im ausgetrockneten Land, während die Fischgründe ebenso rasch geplündert werden.

Bis zuletzt wurde um eine Fortsetzung des alten Vertrags verhandelt. Die Verbände der einheimischen Fischer nutzten die Chance, um mit einer Kampagne erheblich schärfere Bestimmungen zum Schutz der Fischbestände zu fordern.

Die Verhandlungen scheiterten nicht wegen der Forderungen der Fischer, sondern daran, dass Senegals Regierung mehr Geld von der EU verlangte. Es ist zwar richtig, dass die Ressource Fisch bis jetzt viel zu tief bewertet wird. Doch was helfen ein paar Millionen mehr, wenn die Plünderung einfach weiter geht? Wovon soll die senegalesische Bevölkerung leben, wenn es einmal keinen Fisch mehr gibt?

Das Scheitern bietet immerhin die Chance, dass die Forderungen der Fischer in einen neuen Vertrag Eingang finden.

fair‑fish macht Vorschlag

Nachhaltigkeit kommt nicht von selbst. Darum schlägt fair‑fish vor, dass ein künftiger Vertrag nicht nur die EU und deren Fangschiffe, sondern auch die Regierung Senegals stärker in die Pflicht nimmt. Sie müsste die Zahlungen der EU in die Nachhaltigkeit der Fischerei investieren:

  • für eine Ausrüstung der Küstenwache, welche diese in die Lage versetzt, illegal fischende Schiffe aufzubringen;
  • für die Einrichtung von Meeresschutzzonen, in welchen sich die Fische wieder vermehren können;
  • zur Schaffung von Einkommensalternativen für jene Fischer, deren traditionelle Fischgründe durch Schutzzonen gesperrt werden.

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Kampagne „Überfischung macht Migration“

Wenn Europa den Menschen in Entwicklungsländern mit hochgerüsteten Fangschiffen die Fische wegnimmt, ist es kein Wunder, wenn diese Menschen bei der Suche nach Einkommen auf illegal operierenden Fangschiffen mit sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen landen oder nach Europa kommen.

Die Ausbeutung von Rohstoffen in Entwicklungsländern zugunsten der Industrieländer folgt einem alten Muster. Nicht anders bei Fischen, die wir in Europa verzehren: Weil die europäischen Meere überfischt sind, importieren wir zunehmend Fisch aus Entwicklungsländern. Oft wird der Fisch dort von hoch subventionierten Trawlern aus Europa gefangen und an Bord verarbeitet oder zur Verarbeitung nach Europa gebracht.

Für die wirtschaftliche Entwicklung im Süden ist solcher Raubbau fatal.  Die lokalen Kleinfischer haben das Nachsehen, sie kehren öfter mit leeren Booten zurück, und den lokalen Fischfabriken fehlt das Produkt.  Der handwerkliche Fischereisektor kann mehr als zwanzigmal so viele Menschen beschäftigen wie der industrielle – aber wenn fremde Trawler den Fisch wegfangen, ist auch das Einkommen weg. Und bald auch die Menschen, die hoffen, anderswo Arbeit zu finden. Fischerboote werden zu Auswanderungsbooten, mit den bekannten Folgen.

Mit der Kampagne will fair‑fish auf die Zusammenhänge zwischen Überfischung und  Migration aufmerkam machen. Unser Ziel: Keine Fische mehr aus Entwicklungsländern auf unserem Markt, die nicht von lokalen Fischern gefangen und  von lokalen Fabriken verarbeitet wurden. Die Wertschöpfung muss in den Entwicklungsländern bleiben, damit die Menschen ihre Heimat nicht verlassen müssen.

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Kleiner Verein kann allein keine Brücke bauen

Das Pilotprojekt im Senegal wurde 2004 lanciert, nachdem Migros Interesse dafür gezeigt hatte. 2007 zog sich Migros nach einer gemeinsamen Erklärung mit fair‑fish wieder zurück:

„Das Projekt faire Fische aus Senegal importierte seit Frühjahr 2006 kleine Mengen in die Schweiz. Eine umfassende Machbarkeitsanalyse von fair‑fish im Auftrag des MGB wies nun die technische Machbarkeit grösserer Importe nach. Der MGB anerkennt, dass es fair‑fish gelungen ist, Nachhaltigkeit, fairen Handel, Tierschutz, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und extern zertifizieren zu lassen, und belohnt den Einsatz des Vereins mit einem zusätzlichen Beitrag. fair‑fish anerkennt, dass Unterstützung und Begleitung durch den MGB das Projekt technisch entscheidend vorangebracht haben.
Die wirtschaftliche Umsetzung des Projekts hingegen wird von beiden Partnern nach wie vor als riskant beurteilt. Deshalb zieht sich der MGB aus dem Projekt zurück. fair‑fish wird versuchen, das Erreichte in geeigneter Form weiterzuführen.“

Mit einem deutschen Importeur, einer deutschen Kette und interessierten Händlern in der Schweiz versuchte fair‑fish, dem Projekt eine neue Basis im Handel zu verschaffen. Als sich dies als unmöglich erwies, stoppte fair‑fish das Projekt Ende 2010 und will nun den Fischerdörfern mit andern Projekten helfen.

Das wäre nötig

Das Pilotprojekt hat gezeigt: fairer Handel mit einer nachhaltigen und tierschonenden Fischerei ist möglich. Die fair‑fish-Richtlinien sind reif für die Umsetzung . Dazu braucht es freilich aktive Partner im Markt und Mittel für Investitionen. Beides konnte fair‑fish bis heute nicht finden. Darum wurde das Projekt Ende 2010 eingestellt. Ein paar Jahre zuvor war schon einmal ein ähnliches Projekt im Senegal gescheitert.

Für den Brückenschlag zwischen den armen, entlegenen Fischern im Süden des Senegals und dem grossen, industriell denkenden Detailhandel in Europa ist fair‑fish allein zu klein. Was wir bewiesen hatten, gelang nur unter Aufbietung aller Reserven – auf Dauer kein Zustand.

Fischereiprojekte im Senegal oder anderswo wird fair‑fish erst wieder in Angriff nehmen, wenn ein grösserer Partner wirklich mitzieht. Denn „faire Fische“ schwimmen nicht von selber ins Regal…

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Orchards in Senegal

About 38 million people work in fishing. A hard, dangerous and poorly paid job. If these people had economic alternatives, they would not fish as long as they do not receive a fair price. But how are alternatives created?

In 2010, fair‑fish had to abandon its fishery project in Senegal. After that, we tried to create local income outside fisheries together with fishing villages in the Saloum estuary. Our last project was to bring variety into the one-sided diet with fruit orchards. The first model orchard was planned at the island village of Fayako, under the direction of Ousmane Bâ, a long-time local fair‑fish employee and gardener. The sale of the harvests on the local market was supposed to compensate the work and finance the establishment of further orchards in the region.

Unfortunately, the project already failed with the first garden for local reasons. It should have been taken up again afterwards by Bâ together with other interested villages in the region, based on our original plans, but independently of us. We never heard about it again.

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Urabstimmung Verein fair‑fish.ch 2020

Resultat: 118 Mitglieder haben der Auflösung des Vereins fair‑fish Schweiz und der Übergabe seiner Aktiven und Passiven an den Verein fair‑fish international zugestimmt. Dagegen stimmten 2 Mitglieder, 2 Mitglieder enthielten sich der Stimme. Zur Stimmabgabe eingeladen waren 243 Mitglieder. Stimmbeteiligung: 50 Prozent. Die Urabstimmung wurde unter Wahrung der Anonymität der Stimmenden durchgeführt von Kim Suter, Winco Treuhand AG in Winterthur.

Gemäss Statuten (Art. 7) kann die Mitgliederversammlung auch in der Form einer Urabstimmung durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist die Überwachung durch eine neutrale Stelle. Die Revisionsstelle des Vereins fair‑fish international, Treuhänder Kim Suter in Winterthur, ist bereit, die Stimmzettel entgegenzunehmen und das Resultat festzustellen.

Wie Anfang April bekannt gegeben, ist der Verein fair‑fish Schweiz nach dem plötzlichen Rücktritt von zwei Vorstandsmitgliedern faktisch führungslos; er wird daher bis zur Urabstimmung kommissarisch vom Dachverband fair‑fish international geführt. Für die Fortsetzung der Tätigkeiten sorgt ein eingearbeitetes Team.

Der Urabstimmung liegt der fristgerecht eingereichte Antrag vor, den Verein fair‑fish Schweiz aufzulösen und dessen Aktiven und Passiven an den Verein fair‑fish international zu übergeben, der die Aktivitäten in der Schweiz weiterführen wird. Der Verein fair‑fish international verfügt dank einiger Stiftungen über die Mittel für umfangreiche Forschung und Beratung zur Verbesserung des Fischwohl in der Aquakultur.

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Fisch nur als Festessen

Fisch gilt als gesund: leicht, bekömmlich, reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Spurenelementen. Während periodisch Skandale den Appetit auf Fleisch, Geflügel oder Milchprodukte für eine Weile dämpfen, nimmt der Verzehr von Fisch kontinuierlich zu. Dass auch Fisch gesundheitliche Risiken birgt, dringt erst allmählich ins Bewusstsein.

Grundsätzlich kann man sich mit Fisch nicht „gesund essen“. Wie für jedes andere Lebensmittel gilt es, individuell dessen Platz im Rahmen einer vielseitigen Ernährung zu finden: Fisch ist kein alltägliches Essen, eher etwas zu besonderen Gelegenheiten. Das darf dann auch seinen Preis haben.

SGE erkennt den Ernst der Lage

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) ist laut ihren Statuten dazu verpflichtet, die Bevölkerung über gesunde Ernährung zu informieren. Folgerichtig bezogen sich ihre Hinweise zum Fisch essen bislang fast ausschliesslich auf dessen wertvolle Inhaltsstoffe sowie auf die möglicherweise im Fisch vorhandenen Schadstoffe. Kaum angesprochen wurden jedoch brisante Themen wie die Überfischung und wenn, dann ohne Hinweis darauf, dass eine Reduktion des Fischkonsums dringend nötig ist. fair‑fish hat dies oft bemängelt – leider erfolglos. Doch nun scheint die SGE ihre Position überdacht zu haben: Eine Vertreterin des SGE gab im Juli 2014 während einer Diskussionssendung des Schweizer Fernsehens Erfreuliches bekannt: Wegen der prekären Lage der Fischbestände werde die SGE in Zukunft davon absehen, zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche zu propagieren! Ein kleiner, aber sehr wichtiger Schritt vorwärts, über den wir uns freuen!

fair‑fish ist der Meinung: Da wir in der Schweiz genügend andere Proteinquellen haben, sollten wir Fisch als seltene Delikatesse geniessen: Maximal einmal pro Monat!

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fair‑fish-Fachtagung vom 21. Oktober 2014 in Zürich

15’000 Personen fordern mit der Petition von fair‑fish eine Deklaration der Fangmethode. fair‑fish gelang es an der Fachtagung die verschiedenen Akteure und Akteurinnen um den Fischfang und -konsum ins Gepräch zu bringen.

„Transparenz ist uns wichtig, wir informieren die Gäste über Facebook, Website und Garantietafel“ erklärt Hanna Jackl von Yooji's Sushi. Nicht allen Gastronomiebetrieben liegt die Trans-parenz am Herzen, bedauert Toby Herrlich von Bayshore SA.

„Der Kunde ist König!“ In diesem Sinne sind Braschler Commestibles AG und Bianchi AG gerne bereit, auf Wunsch die Fangmethode anzugeben. Auke Pasterkamp, ein stolzer Fischer aus Holland, will dem Meer und seinen Bewohnern nicht mehr Schaden zufügen als nötig. Deshalb setzt seine Firma, die Ekofish Group auf schonende Fang- und Tötungsmethoden.

In der EU wird die Deklaration der Fangmethode am 13. Dezember 2014 Gesetz. Gemäss Herrn Frischknecht vom BLV* „macht eine Deklaration nur Sinn, wenn sie auch überprüft werden kann “ . Daniel Christen von der Lee Fish AG weist auf den in Deutschland verwendeten F-Trace-Barcode hin. Damit kann die Kundschaft via Smartphone alle wichtigen Informationen einsehen.

Die Deklaration der Fangmethode findet Silvia Frey von Oceancare wichtig, aber: „Mit schonenden Fangmethoden kann niemals so viel Fisch gefangen werden, wie heute konsumiert wird.“ In regen und interessierten Diskussionen wurden über die verschiedenen Möglichkeiten die Deklaration umzusetzen erörtert. Die Fachtagung bot Behördenvertretern und den Leuten aus der Gastronomie und dem Handel auch die Gelegeheit, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. fair‑fish bot die Tagung wichtige Hinweise, wie, und mit wem wir die Deklaration der Fangmethode weiter verfolgen können.

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fair‑fish-Fachtagung vom 18. November 2016 in Zürich

Ist es möglich, Fische ihrer Natur gemäss zu züchten?
Wie kann das Fischwohl garantiert werden?
Bei welchen Arten ist dies möglich?
In welchen Haltungssystemen?
Und was wäre die Alternative zur Fischzucht?

15-19 Uhr im Kulturpark Zürich-West – die Referate:

Susanne Hagen, Co-Geschäftsleiterin fair‑fish Schweiz, Zürich:
Begrüssung; Überblick über die Fischzuchtkampagne von fair‑fish

Billo Heinzpeter Studer, Präsident fair‑fish international, Direktor FishEthoBase, Monfalcone:
Wissenschaftliche Grundlagen für die Beurteilung des Fischwohls

Dr. Manfred Klinkhardt, Fachredaktor, Fischmagazin, Hamburg:
Fischzucht heute: Probleme Perspektiven und Tierschutz?

Dr. Ruediger Buddruss, Chef Division Seafood, Micarna, Zürich:
Wie kann ein grosser Detailhändler Fischwohl in der Fischzucht fördern, in Abwägung von Natur, Gesellschaft und Kommerz?

Peter Zeller, CEO der FRESH Meeresfischzucht Völklingen, Saarland:
Indoor farming im Grossformat, ein Ansatz für mehr Fischwohl

DI Marc Mössmer, Karpfenzüchter, Geschäftsleiter biofisch.at, Wien;
Extensive Fischhaltung und Tierwohl

Dr. Rainer Froese, Fischereibiologe, Geomar und FishBase, Kiel:
Fische in der Wildnis fangen, anstatt sie einzusperren

Plenumsdiskussion mit Referenten und Publikum.
Leitung: Reto Wyss, Vorstandsmitglied fair‑fish Schweiz

Grosser Erfolg

Fast 90 Personen aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich nahmen an dieser Tagung teil, unter ihnen ca 20% aus dem Bereich Fischzucht, ca 17% Wissenschafter und Fachbeamte und ca 13% aus dem Handel, nebst Tierschützern und Konsumentinnen.

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Kampagne für sauberes Wasser: Meer ohne Müll

Dass riesige „Plastikinseln“ im Meer treiben, ist kaum zu übersehen. Wenig Beachtung finden jedoch Verschmutzungen, die von Auge nicht sichtbar sind. Das möchten wir ändern. Im ersten Teil unserer Kampagne richten wir den Fokus auf Pestizide und Dünger.

Von den 62 derzeit in Schweizer Gewässern lebenden Fischarten sind nur 14 Arten nicht gefährdet. Alle anderen Arten gelten in unterschiedlich starkem Ausmass als gefährdet. Tendenz der Gefährdung: zunehmend ...

Eine wichtige Ursache dafür ist die Verschmutzung des Wassers durch den masslosen Einsatz von Pestiziden und Dünger. Den idyllischen Werbebildern zum Trotz bringen Landwirte jährlich bis zu 2’200 Tonnen Pestizide aus. Und zwar immer aggressivere Mittel. Grosse Mengen des ausgebrachten Giftes versickern im Boden oder gelangen durch Regen und Wind oder direkt in die Gewässer. Kein Wunder also, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte in fast allen bislang untersuchten Oberflächengewässern, im Grund- und Trinkwasser seit langem massiv überschritten werden. Die Giftfracht macht auch vor Grenzen nicht halt und landet schlussendlich im Meer.

Die Bundesbehörden versuchen zwar mit verschiedenen Massnahmen Gegensteuer zu geben, doch ihr Ziel, den Eintrag von Pestiziden in den kommenden zehn Jahren um 12 Prozent zu senken, ist kaum mehr, als ein Tropfen auf den heissen Stein. Dass die Bienen sterben, Schmetterlinge und andere Insekten zunehmend rar werden, fällt auf, das Artensterben unter Wasser hingegen kaum.

Auch in privaten Gärten wird unnötig viel Gift ausgebracht

Landwirten kann man immerhin noch zugute halten, dass sie von ihren Erträgen leben müssen und dass die Kundschaft, also wir, makellose Ware verlangt. Dass in privaten Gärten jährlich 400 Tonnen Pestizide eingesetzt werden, lässt sich hingegen durch nichts rechtfertigen.

Zu viel Dünger

Auch die Belastung durch Dünger ist viel zu hoch. Die Schweizer Landwirtschaft produziert jährlich 23 Millionen Tonnen Mist und Gülle. Dazu kommen noch beträchtliche Mengen an synthetischem Dünger. 2013 wurden in der Schweiz laut Weltbank  205 kg Dünger  pro Hektare Ackerfläche ausgebracht. Das schadet nicht nur den Böden, den Wildpflanzen und den Tieren über und unter Wasser. Der massive Düngereinsatz fördert auch die Klimaerwärmung. Wenn Dünger ausgebracht wird, gelangen gleichzeitig auch etliche unerwünschte Stoffe in die Umwelt. Phosphordünger enthält beispielsweise oft Cadmium und Uran, Mist und Gülle sind mit Antibiotika und anderen schädlichen Stoffen belastet.

Selbst aktiv werden

Haben Sie einen eigenen Garten? Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie auf Dünger und Pestizide verzichten können. Unsere Tipps werden fortlaufend ergänzt. Bitte melden Sie sich, falls Sie uns dabei unterstützen möchten.

Auch ohne eigenen können Sie einen wichtigen Beitrag leisten zur Reduktion von Pestiziden und Dünger:

  • Essen Sie weniger Fleisch und Milchprodukte.
  • Vermeiden Sie food waste.
  • Kaufen Sie wenn möglich immer biologisch hergestellte Produkte – der Umwelt und Ihrer Gesundheit zuliebe.