Liebe Leserin, lieber Leser,
der Blick auf unser Verhältnis zu Fischen zeigt, wie eng ökologische, ethische und gesellschaftliche Fragen miteinander verwoben sind. Unser neues Heft fish-facts führt direkt in diese Spannungsfelder: von nachhaltig produziertem Omega-3 aus Algen über zentrale Tierwohlrisiken der Ringwaden-Fischerei bis hin zu den erstaunlichen Fähigkeiten der Miesmuschel. Ergänzend dazu bieten neue Poster aus dem Projekt Carefish/catch einen Überblick über Risiken und Verbesserungsmöglichkeiten in fünf gängigen Fangmethoden.
Ein aktuelles Positionspapier von fair-fish legt offen, weshalb elektrische Betäubung heute noch zu oft versagt, und was es bräuchte, um Fische wirklich zuverlässig vor Leiden zu schützen. Ausserdem zeigt eine umfassende Analyse zum Thema Fischwohl und Konsum, wo Informationslücken bestehen und wie verständliche Botschaften Brücken schlagen können.
Herzliche Grüsse Fausta Borsani (Geschäftsführerin fair-fish), fausta@fair-fish.net
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Neues Heft fish-facts 49
Bild: Dmitry Ivanov via iNaturalist, CC BY 4.0
In der neuen Ausgabe fish-facts Nr. 49 widmen wir uns Themen, die zeigen, wie vielfältig und herausfordernd unser Umgang mit Meerestieren ist. Wir zeigen nachhaltige Omega-3-Quellen, was das neue Methodenprofil zur Ringwaden-Fischerei über zentrale Tierwohlrisiken beim Fang offenlegt und weshalb die Miesmuschel ein bemerkenswertes Kraftpaket der Küstenmeere ist.
Jetzt fish-facts 49 im PDF hier lesen!
Wenn Sie unsere schönen fish-facts lieber auf Papier lesen möchten und in der Schweiz, Deutschland oder Österreich wohnen, können Sie sich hier die kommenden Ausgaben kostenfrei sichern!
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Poster zu Risiken und Empfehlungen bei Fischereien
Bild: CCMAR
Als Überblick über das Projekt Carefish/catch haben wir eine Reihe neuer Poster veröffentlicht, die die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse zum Fischwohl in der Fischerei hervorheben. Diese Poster fassen die Auswirkungen von fünf gängigen Fangmethoden auf das Wohlergehen von Fischen zusammen. Ausserdem bieten sie pro Methode praktische, evidenzbasierte Empfehlungen zur Reduktion von Leid in der Fischerei. Hier Poster herunterladen (Englisch).
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Positionspapier von fair-fish über die elektrische Betäubung
Bild: Fausta Borsani, fair-fish
Dieses Positionspapier untersucht, ob die elektrische Betäubung eine verlässliche und ethisch verantwortbare Methode zur Schlachtung von Fischen ist. Sie gilt als vielversprechend, weil sie schnell wirken und hohen Durchsatz ermöglichen kann. Neue Daten zeigen jedoch, dass sie oft nicht zuverlässig genug ist: Einige Fische erlangen Sekunden nach der Betäubung und bevor sie getötet werden wieder Gehirnaktivität – und damit möglicherweise Empfindungsfähigkeit. Das verstösst klar gegen grundlegende Tierschutzprinzipien.
Zudem sind gängige Prüfmethoden wie Reflex- oder Bewegungschecks keine sicheren Indikatoren für tatsächliche Bewusstlosigkeit. Neurophysiologische Verfahren wie EEG (Elektroenzephalografie) oder VER (Visuell evozierte Reaktionen) wären präziser, werden aber kaum eingesetzt. Weiter fehlen artspezifische Parameter, Feldtests unter Praxisbedingungen und standardisierte Vorgaben für viele Zuchtfischarten.
Das Papier zeigt zudem technische Schwachstellen auf. fair-fish sieht Handlungsbedarf: bessere technische Standards, verlässliche Validierung mit EEG/VER, Weiterentwicklung alternativer Methoden sowie klare gesetzliche Vorgaben. Ziel ist ein Schlachtprozess, der sicherstellt, dass Fische rasch und zuverlässig ohne Leiden sterben.
Paper herunterladen (Englisch): 2025. Yannick Rohrer et al. Reassessing Electrical Stunning as an Ethical Slaughter Method for Fishes
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Neue Analyse zum Thema Fischwohl und Konsum
Bild: Aurelia Philipps
Aurelia Philipps studiert Biologie und Psychologie an der Universität Zürich. Sie hat ein Praktikum bei fair-fish gemacht und ein umfassendes Literaturreview mit dem Titel „Vom Fang zum Einkaufswagen“ erarbeitet. Die Arbeit zeigt eindrücklich, dass Konsumentinnen und Konsumenten zwar zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und Tierwohl legen, gleichzeitig aber grosse Wissenslücken bestehen, insbesondere, was Fischwohl konkret bedeutet. Aurelia identifiziert zentrale Barrieren (Preis, Informationsdefizite, emotionale Distanz) und zeigt, wie durch klare Labels, einfache Botschaften und Geschichtenerzählen Brücken gebaut werden können.
Für fair-fish ist diese Analyse eine wertvolle Grundlage, um unsere Kommunikationsarbeit weiterzuentwickeln und das Wohlergehen der Fische stärker in die Gesellschaft zu tragen. Wir danken Aurelia herzlich für ihre sorgfältige und inspirierende Arbeit. Hier herunterladen!
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Laura Kamp, unsere neue Projektleiterin Kommunikation
Bild: Yannick Rohrer
Laura Kamp hat als Praktikantin bei fair-fish begonnen und ist nun als Projektleiterin Kommunikation fest ins Team eingestiegen. Sie studiert weiterhin Biologie und promoviert im Bereich Meeresvögel, ein Thema, das ihre Verbundenheit mit dem Lebensraum Ozean gefestigt hat.
Ihr Engagement gilt allen Tieren - auch den Fischen. Mit viel Begeisterung möchte sie dazu beitragen, dass fair-fish seine Arbeit für besseres Fischwohl weiter ausdehnt und noch stärker sichtbar macht. Wir freuen uns sehr, sie im Team zu haben.
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