Netzkäfige zur Mast von Lachsen in Norwegen (Foto: Brataffe / Wikimedia)

Jahrelanges Leiden

Das Leiden der Fische in der Zucht dauert sehr viel länger als beim Fang: vom ersten bis zum letzten Lebenstag, je nach Fischart ein bis mehrere Jahre.

Zuchtfische leben Tag für Tag zusammen mit vielen Artgenossen in einer künstlichen, reizlosen und engen Umgebung, in der sie ihre natürlichen Bedürfnisse und die Verhaltensmuster ihrer Art nur sehr beschränkt ausleben können. Selbst wenn dieses Defizit «nicht wehtut» im Sinne von Schmerzen, ist es doch permanentes Leiden und Frustration.

Das liegt nicht an der Böswilligkeit der Fischzüchter, sondern am Mangel an gesichertem Wissen darüber, was die Fische einer bestimmten Art ausser Futter und Sauerstoff noch bräuchten. Dieses Wissen verfügbar zu machen ist die Absicht unserer Datenbank FishEthoBase.





Nachfrage nach Fischwohl

Seit ein paar Jahren machen sich immer mehr Fischzüchter Gedanken über das Wohl ihrer Tiere. Das Fischwohl könnte dereinst über den Absatz zu guten Preisen entscheiden. Verschiedene Labels sind dabei, ihre Richtlinien um Fischwohl-Kriterien zu ergänzen.

 

Mit Blenden und Sonnensegel möblierter Fliesskanal der Bioforellenzucht Blausee, wie einst von fair-fish angeregt. (Foto: Studer/fair-fish)


Literatur:

Billo Heinzpeter Studer (Hg., 2020): Fischwohl in der Aquakultur – Probleme und Lösungsansätze. Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung.

Pablo Arechavala-Lopez und João Luis Saraiva (Hg., 2019): Welfare of Cultured and Experimental Fishes. MDPI books.